Oberflächengestaltung der neuen Wiener Straße

Die Generalplanerleistungen für die Oberflächengestaltung der neuen Fußgängerzone Wiener Straße in der Wiener Neustädter Innenstadt wurden auf Vorschlag einer Fachjury an die Arbeitsgemeinschaft Clemens Kirsch Architektur ZT GmbH und FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH vergeben.

Die siegreichen Entwürfe wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im Alten Rathaus präsentiert.

„Die Umgestaltung unserer Innenstadt geht mit diesem Projekt in die nächste Phase“, so Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger zur Generalsanierung der Fußgängerzone Wiener Straße. Schneeberger weiter: „Nachdem die neu gestaltete Herzog Leopold-Straße im August fertig gestellt sein wird, widmen wir uns nun der nächsten Fußgängerzone. Gerade im Hinblick auf die Landesausstellung 2019 sollen die Fußgängerzonen und der neu gestaltete Hauptplatz ein Schmuckstück sein. Immerhin verbinden die beiden Fußgängerzonen das Herz der Landesausstellung, die Kasematten mit deren Lunge, nämlich das Stadtmuseum mit der Ausstellungskirche St. Peter an der Sperr. Vor allem aber stellt die Neugestaltung eine Aufwertung für die Fußgängerzonen dar, von der vor allem die Innenstadtkaufleute profitieren sollen.“

Der zuständige Baustadtrat DI Franz Dinhobl ergänzt die Ausführungen des Bürgermeisters: „Ich freue mich sehr, dass wir für dieses Projekt derart angesehene und renommierte Architekturbüros gewinnen konnten, die von der Fachjury einstimmig ausgewählt wurden. Wesentlich ist, dass wir von den Erfahrungen der Baustelle in der Herzog-Leopold-Straße Schlüsse auf die Bauphase in der Wiener Straße ziehen, um die Abläufe hier noch optimaler zu gestalten. Einmal mehr darf ich schon jetzt die Kaufleute sowie die Anrainerinnen und Anrainer um ihr Verständnis während der Bauphase ersuchen.“

Architekt DI Clemens Kirsch: „Der öffentliche Raum bildet den Hintergrund für die ‚Bühne des Lebens‘. Das Prinzip der Reduktion im Sinne eines Klärens und Restrukturierens des Straßenraumes schafft Platz für die größtmögliche Freiheit in der Bespielung bzw. Nutzung. Somit sind wir auch bei diesem Projekt nach dem Motto ‚Less is more – Freiheit durch Reduktion‘ vorgegangen.“

Zum Vergabeverfahren

Bei der Vergabe der Generalplanerleistungen handelte es sich um einen offenen Realisierungswettbewerb.

15 Architekturbüros haben die Unterlagen angefordert, von denen 2 rechtzeitig ein Konzept ablieferten.

Am 23. Mai fand die Sitzung des Preisgerichts mit folgenden Mitgliedern statt:

  • Stadtrat DI Franz Dinhobl (Vorsitzender)
  • Stadt-Baudirektor DI Manfred Korzil (Fachpreisrichter)
  • Architekt DI Andras Pallfy (Fachpreisrichter)
  • Architekt DI Gernot Maurer (Fachpreisrichter)
  • Architekt Mag. Arch. Franz Gschwandtner (Fachpreisrichter)
  • Sachpreisrichter:
    • GR Dr. Evamaria Sluka-Grabner
    • GR Erika Buchinger
    • GR Dietmar Seiser
    • STR Martin Weber, MSc
  • 3 Vertreter der Fußgängerzone Wiener Straße
    • Judith Hönig
    • Maria Kunz
    • Ferdinand Ebert

Honorar Generalplaner samt örtlicher Bauaufsicht und Koordination: EUR 131.400,-- brutto

Weiterer Fahrplan

  • Die Beschlussfassung zur Beauftragung des Generalplaners im Stadtsenat erfolgte am 26. Juni.
  • Vergabeverfahren der Bauleistungen als Generalunternehmerleistung mittels Offenem Verfahren
  • Beschlussfassung zur Beauftragung der Bauleistungen als Generalunternehmer-leistung im Gemeinderat voraussichtlich am Oktober /November 2017
  • Beginn der Arbeiten März 2018
  • Fertigstellung Juni 2018
  • Bis zum Baustart der Oberflächenarbeiten werden von Oktober bis Adventbeginn 2017 bzw. dann im Jänner und Februar 2018 die Kanal- und Wasserleitungen sowie die Versorgungsleitungen der EVN verlegt.

Zu den Gestaltungsgrundsätzen

  • Die ca. 12 Meter breite Wiener Straße wird hinsichtlich ihrer Funktionen klar strukturiert. Die virtuelle Segmentierung in einen Geh-, Fahr- und Multifunktionsbereich unterstützt so die Lesbarkeit des Straßenraumes und dient als selbstverständliche Orientierungshilfe.
  • Ein subtil differneziertes Belagsmuster aus kleinformatigen Natursteinplatten, integriert in das übergeordnete Gestaltungskonzept der Stadt bildet gleichsam den „Grundtonus“ der Fußgängerzone. Dunkle und helle Steine wechseln in der Wiener Straße einander ab und formulieren ein fußläufiges Rückgrat in Nord-Südrichtung aus. Die angrenzenden Nebengassen werden farblich (monochrom) entsprechend ihrer Hierarchie abgestuft.
  • Die Einmündung in den Johannes-von-Nepomuk Platz mit der Kirche St. Peter/Sperr wird als erweiterter Platzraum aufgegriffen und als optionale Erweiterungs- und Anbindungsfläche in das Wettbewerbsgebiet integriert. Das gleiche trifft auch auf den Vorplatz des Hochhauses entlang der Adlergasse zu. Diese beiden Bereiche können so ihre Funktion als Subzentren innerhalb des Areals besser wahrnehmen.
  • Die Durchfahrbarkeit für den Zulieferverkehr-/Einsatzfahrzeuge ist in allen Bereichen sichergestellt. Radbügel in ausreichender Zahl werden an den Zugangsstellen zur FUZO situiert.
  • Innerhalb der Multifunktionszone bilden (vom Grundbelag umspülte) rechteckige Aufenthaltsbereiche aus oberflächenbehandeltem Sichtbeton Inseln der Kommunikation und des Austausches. Baumpflanzungen in Verbindung mit konsumfreien Sitzgelegenheiten stärken die Aufenthaltsqualität. Innerhalb dieses Streifens werden auch die bestehenden Schanigärten und die notwendigen Flächen für die Ladezonen integriert.
  • Bei der Auswahl der Oberflächeneinbauten wurde auf ein zeitloses, funktionales & robustes Design geachtet.
  • Bei Bedarf kann auch ein Schanigartenkonzept (Leitfaden für Schirmgrößen / Farben, Bestuhlung, Pflanztröge) in Abstimmung mit den Betreibern ausgearbeitet werden.
  • Einseitig gesetzte Lichtmaste spannen in Verbindung mit den gegenüberliegenden Baumpflanzungen den Fahrbereich für den Zeitraum der Ver- und Entsorgung auf. In den Nebengassen werden die bestehenden Wandkandelaber durch die gleiche Lichttechnik ersetzt und gestalterisch harmonisiert. Somit wird der Projektbereich gleichmäßig blendfrei mit einem warmen, den historischen Fassaden zuträglichen Licht ausgeleuchtet und das Entstehen von Angsträumen hintangehalten.
  • Ein durchgängiges taktiles Leitsystem, Sitzgelegenheiten, Infotafeln, Fahrradständer, Bodensteckdosen und Abfalleimer ergänzen das infrastrukturelle Angebot.
  • Die Neupflanzung von hochstämmigen, mehrjährigen Judasbäumen schafft einen farblich unverwechselbaren Charakter in der Wiener Straße und kann zusätzliches Identifikationspotential für die Bewohner und Nutzer aktivieren.

Zum Architekturbüro Clemens Kirsch ZT GmbH

Seit mehr als 10 Jahren zeichnet sich die Arbeit des Büros durch Kreativität und Angemessenheit im Entwurf, Exaktheit und Effizienz in der Planung und die Einhaltung von Qualität, Kosten & Terminen in der Umsetzung aus.

In diesem Zeitraum hat Clemens Kirsch Architektur für Bauvorhaben in der Gesamthöhe von ca. 100 Mio. Euro verantwortlich gezeichnet, ca. 30% davon als Generalplaner. Sämtliche Projekte wurden ohne Planungsfehler & Bauschäden, immer unter Einhaltung des Zeit- und Kostenrahmens umgesetzt.

Referenzprojekte des Architekturbüros sind unter anderem

  • Wohnbauten in der Seestadt Aspern/Wien
  • Neugestaltung Wiener Stephansplatz und Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt
  • Bahnhofplatz/Mödling
  • Ortszentrum/Wiener Neudorf
  • Bildungscampus/Wien-Hauptbahnhof

 

Wiener Neustadt, 3. Juli 2017