1996 wurde die stark beschädigte und nun wiederhergestellte Marienstatue innerhalb einer Sonderausstellung - 1997 wieder auf dem Hauptplatz errichtet - der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

An ihrem Sockel befinden sich zwei Inschriften, welche diejenigen Personen und Ereignisse bezeichnen, die unmittelbar mit der Errichtung der Memorialsäule - denn um solch eine handelt es sich - verbunden waren: Der habsburgische Immaculata Kult der Gegenreformation (Maria als „Generalissima familae Austriacae“), Leopold Karl Graf Kollonitsch und die Teilnehmer an den gedächtnisstiftenden Hochzeiten des Jahres 1678.

Die intensive Verehrung Marias ist typisch für die Zeit der katholischen Restauration. Das Symbol, welches am wirksamsten den marianischen Siegesgedanken ausdrückte, ist Maria als Immaculata Concepta. Schon die Kirchenväter schauten in Maria Immaculata das endzeitliche Bild der „Ecclesia Immaculata“, der vollendeten Kirche. Eleonora Maria Josefa, Witwe nach König Michael von Polen, durfte in diesem Jahr 1678 endlich Herzog Karl V. von Lothringen, den späteren Sieger gegen die Türken, heiraten. Acht Monate später ehelichte ihre Schwester Maria Anna Josefa den späteren Kurfürsten Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

Zur ewigen Erinnerung daran ließ Kollonitsch ein Denkmal errichten: Eine auf einem reliefgeschmückten Sockel stehende Säule, an deren Spitze sich die Darstellung der Muttergottes mit dem Jesuskind, umgeben von einem Strahlenkranz und mit ihrem Fuß Satan zertretend, befindet. Vier Sandsteinstatuen umgeben die Säule: hl. Johannes der Täufer, hl. Leopold, hl. Antonius von Padua, hl. Florian. Erst 1714 wurde, auf Anordnung von Franz Anton Graf Puchheim, Bischof von Wiener Neustadt, die Säule mit den Figuren der Pestheiligen Rosalia, Karl Borromäus, Franz Xaver, Sebastian, Rochus und Benno umgeben, wodurch der Begriff Mariensäule durch den der Pestsäule verdrängt wurde.